Trocken, halbtrocken, feinherb, lieblich – auf dem Etikett stehen viele Begriffe, aber was steckt dahinter? Die Antwort liegt vor allem im Restzucker und in der Säure des Weins.
Restzucker: der entscheidende Wert
Restzucker ist der Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt. Er wird in Gramm pro Liter angegeben und bestimmt, welche Geschmacksangabe auf dem Etikett stehen darf.

Wichtig ist aber auch die Säure: Viel Säure lässt einen Wein trockener wirken, als er ist. Deshalb darf ein Wein mit höherer Säure auch mit etwas mehr Restzucker noch als trocken gelten.
Trocken ist eine Frage des Gleichgewichts, nicht nur des Zuckers.
Aus einer Weinprobe
Die Begriffe im Überblick
Die folgenden Werte gelten für Stillwein nach EU-Recht. Der Begriff feinherb ist dagegen nicht gesetzlich festgelegt und wird meist für Weine im halbtrockenen Bereich verwendet.
Geschmacksangaben für Stillwein
- trocken: bis 4 g/l, oder bis 9 g/l, wenn die Säure höchstens 2 g/l unter dem Restzucker liegt
- halbtrocken: bis 12 g/l, oder bis 18 g/l, wenn die Säure höchstens 10 g/l unter dem Restzucker liegt
- lieblich: bis 45 g/l
- süß: über 45 g/l
Häufige Fragen
Ist feinherb dasselbe wie halbtrocken?
Nicht ganz. Halbtrocken ist gesetzlich definiert, feinherb nicht. In der Praxis liegen feinherbe Weine aber meist im gleichen Bereich.
Schmeckt ein trockener Wein immer sauer?
Nein. Ob ein Wein als sauer empfunden wird, hängt vom Zusammenspiel aus Säure, Frucht, Alkohol und Restzucker ab.
Wo finde ich den Restzucker?
Auf dem Etikett steht er meist nicht. Viele Weingüter nennen ihn aber auf ihrer Website oder im Datenblatt.
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